Die Wohlfühlkarte ist eine schulische Momentaufnahme unter besonderen heiß-schwülen Wetterbedingungen. Sie soll keine abschließende Gebäudebewertung und keine technische Mängelprüfung ersetzen. Unser Ziel ist es, Beobachtungen transparent zu machen, gute Bedingungen sichtbar zu würdigen und gemeinsam mit Schulleitung, Hausmeisterei, Schulträger und Schulgemeinschaft mögliche Verbesserungen zu prüfen.
Welche Maßnahmen könnten die Situation verbessern?
Die Messungen zeigen keine vollständige Gebäudediagnose, aber sie geben Hinweise auf mögliche nächste Schritte. Die folgenden Vorschläge verbinden dokumentierte Beobachtungen, hohe Temperaturen und Sensorwerte mit weiterem Prüfbedarf mit konstruktiven Handlungsmöglichkeiten.
Wärmebilder und bauliche Hinweise
Die Wärmeaufnahmen der Fassaden und ergänzende Innenaufnahmen zeigen mögliche Ansatzpunkte für eine fachliche Prüfung des sommerlichen Wärmeschutzes.
Reparieren und richtig nutzen
Gemeldete Einschränkungen an Fenstern, Rollos und Vorhängen zeitnah vor Ort prüfen und bestätigte Defekte priorisiert beheben. Sonnenschutz morgens schließen, Räume früh beziehungsweise nachts auskühlen und an heißen Tagen Aktivitäten anpassen.
Gezielt nachrüsten
Außenliegenden Sonnenschutz an stark bestrahlten Fenstern prüfen, die vorhandenen CO₂-Ampeln konsequent für Lüftungsroutinen nutzen und in ausgewählten Räumen die Luftqualität fachlich nachmessen.
Hitze dauerhaft begrenzen
Für B200 und weitere Dachbereiche Dachaufbau, Dämmung, Nachtlüftung und außenliegenden Sonnenschutz gemeinsam untersuchen. Einzelgeräte können die sommerliche Wärmebelastung punktuell mindern, ersetzen aber keine Prüfung möglicher baulicher und organisatorischer Verbesserungen.
Geeignete Maßnahmen – und ihre Grenzen
Hohe Raumtemperaturen
Zuerst: Sonnenschutz vor direkter Einstrahlung schließen, frühmorgens und möglichst nachts intensiv lüften, interne Wärmequellen reduzieren und Unterricht zeitlich oder räumlich anpassen.
Dauerhaft: Außenliegender Sonnenschutz ist meist wirksamer als innenliegende Vorhänge. In Dachgeschossen sollten Dämmung, Dachoberfläche und passive Kühlung geprüft werden.
Fenster oder Verschattung mit Funktionshinweis
Gemeldete Einschränkungen an Fenstern, Rollos und Vorhängen zeitnah vor Ort prüfen und bestätigte Defekte priorisiert beheben. Räume mit gleichzeitig hoher Temperatur und eingeschränkter Lüftung sollten dabei zuerst betrachtet werden.
Partikel und PM2,5
Bei wiederholt erhöhten Partikelwerten sollten Quelle, Reinigung und Lüftung geprüft werden. Ein passend dimensionierter Luftreiniger mit HEPA-Filter kann Partikel ergänzend reduzieren, ersetzt aber weder Lüften noch die Beseitigung der Quelle.
TVOC und HCHO
Bei Sensorwerten mit weiterem Prüfbedarf zuerst Farben, Klebstoffe, Reinigungsmittel, neue Materialien oder Kochvorgänge als zeitweilige Quellen prüfen und intensiv lüften. Ein HEPA-Filter entfernt gasförmige Stoffe nicht zuverlässig. Wiederholt erhöhte Sensorwerte sollten mit geeigneten Fachmessungen überprüft werden.
Stickige Luft
Für die Beurteilung stickiger Luft fehlen im Projekt CO₂-Messwerte. Die seit der Corona-Pandemie in allen Unterrichtsräumen vorhandenen CO₂-Ampeln machen Lüftungsbedarf im Schulalltag sichtbar; ihre Anzeigen wurden in diesem Projekt jedoch nicht systematisch protokolliert. Luftreiniger senken CO₂ und Luftfeuchtigkeit nicht; dafür ist Außenluft notwendig.
Alter Teppichboden
Die Teppichbereiche sollten nicht allein aufgrund dieser Kurzzeitmessung als Ursache bewertet werden. Sinnvoll sind ein dokumentierter Reinigungs- und Zustandscheck, Prüfung auf Geruch, Feuchte und Schäden sowie langfristig eine Abwägung von Sanierung oder Austausch.
Raumbezogene Hinweise
Diese Listen werden automatisch aus den Messwerten und den aufgenommenen Funktionsangaben erstellt.
Sehr warme Räume
Sensorwerte mit weiterem Prüfbedarf
Prüfliste für mögliche Reparatur- und Wartungsbedarfe
Die Beobachtungen sollten vor einer Beauftragung vor Ort technisch geprüft werden. Eine dokumentierte Funktionseinschränkung kann einzelne oder mehrere Bauteile eines Raumes betreffen.
| Priorität | Raum | Etage | Beobachtung aus der Erhebung | Begründung |
|---|
Ein realistischer Maßnahmenplan
- 1Funktionshinweise prüfen
Fenster, Rollos und Vorhänge mit Hausmeisterei beziehungsweise Gebäudeträger raumweise prüfen und dokumentieren.
- 2Sofortmaßnahmen umsetzen
Sonnenschutzsteuerung, Früh- und Nachtlüftung, Trinkpausen, Raumwechsel und angepasste Nutzung an heißen Tagen verbindlich organisieren.
- 3Erneut und länger messen
Räume mit Prüfhinweisen mit stabileren Geräten, längerer Messdauer und möglichst CO₂-Erfassung nachmessen. Sondernutzungen getrennt betrachten.
- 4Technische Maßnahmen planen
Außenliegenden Sonnenschutz, Dachverbesserungen und gegebenenfalls mechanische Lüftung oder passive Kühlung fachlich und wirtschaftlich bewerten.
- 5Wirkung kontrollieren
Nach Reparaturen oder baulichen Änderungen dieselben Räume unter vergleichbaren Wetterbedingungen erneut messen.
Fachliche Grundlagen und Quellen
Die Technische Regel ASR A3.5 nennt unter anderem wirksame Sonnenschutzsteuerung, Lüftung beziehungsweise Nachtauskühlung und organisatorische Entlastung als Maßnahmen bei hohen Raumtemperaturen. Das Umweltbundesamt bezeichnet außenliegenden Sonnenschutz und intensive Nachtlüftung als besonders wirksame Bausteine des sommerlichen Wärmeschutzes.
Mobile Luftreiniger sind laut Umweltbundesamt nur eine Ergänzung zum Lüften: Sie führen weder CO₂ noch Luftfeuchtigkeit ab. HEPA-Filter wirken vor allem gegen Partikel. TVOC- oder HCHO-Sensorwerte mit weiterem Prüfbedarf erfordern dagegen Quellenkontrolle, Lüftung und bei Wiederholung eine geeignete Fachmessung.
