Hintergrund und Vorgehen

Vom ersten Eindruck zur wissenschaftlichen Wohlfühlkarte

Wir haben Messdaten mit Beobachtungen kombiniert und Unterschiede zwischen Räumen sichtbar gemacht. So entstehen nachvollziehbare Ergebnisse statt bloßer Eindrücke.

Was war unsere Idee?

Wissenschaftliches Arbeiten praktisch erleben

Unsere Idee war es, Schülerinnen und Schülern zu zeigen, wie wissenschaftliches Arbeiten in der Praxis funktioniert. Gleichzeitig wollten wir herausfinden, wie der aktuelle Zustand unserer Schule tatsächlich ist und welche Faktoren das Wohlbefinden im Schulalltag beeinflussen.

Dazu haben wir Messdaten mit Beobachtungen kombiniert und Unterschiede zwischen den Räumen sichtbar gemacht.

Warum ist das Projekt interessant?

Raumklima beeinflusst den Schulalltag

Viele verbringen jeden Tag mehrere Stunden in der Schule – trotzdem wird selten bewusst wahrgenommen, wie stark Raumklima und Umgebung das Lernen beeinflussen.

  • Welche Bereiche werden als angenehm wahrgenommen?
  • Wo wurden weniger günstige Bedingungen wahrgenommen?
  • Wie wirken Gebäude, Nutzung und Umwelt zusammen?
Projektziel

Eine verständliche Karte des schulischen Wohlbefindens

Wohlfühlorte und Bereiche mit Verbesserungspotenzial sichtbar machen
Messdaten und subjektive Eindrücke zusammenführen
Den aktuellen Zustand der Schule dokumentieren
Langfristig mögliche Verbesserungen anstoßen
So sind wir vorgegangen

Fünf Schritte von der Frage bis zur Heatmap

  1. 1
    Ideensammlung

    Entwicklung der Fragestellung und Planung der Datenerhebung.

  2. 2
    Datenerhebung und Beobachtung

    Besuch verschiedener Räume und Dokumentation der Bedingungen vor Ort.

  3. 3
    Messungen im Gebäude

    Erfassung der Umweltwerte unter möglichst vergleichbaren Bedingungen.

  4. 4
    Auswertung

    Vergleich und Analyse der gesammelten Daten.

  5. 5
    Erstellung der Karten und Heatmaps

    Darstellung der Ergebnisse als übersichtliche Wohlfühlkarte.

Ergänzende Beobachtung

Wärmebilder der Südfassaden

Bei etwa 30 °C Außentemperatur zeigten die Aufnahmen an südorientierten Fassaden punktuell Oberflächentemperaturen bis rund 53 °C. Die Bildstrecke macht sichtbar, warum Verschattung und sommerlicher Wärmeschutz für die betroffenen Räume besonders wichtig sind.

Wärmebilder ansehen
Wärmebild der Südfassade von A- und B-Trakt
Methodische Einordnung

Was die Messungen zeigen – und was nicht

Vergleich statt Labornachweis

Die einfachen Luftqualitätssensoren zeigen relative Unterschiede zwischen Räumen. Sie ersetzen keine professionelle Innenraumluftanalyse.

Messzeiten beachten

Einige Gebäudeteile wurden zu unterschiedlichen Uhrzeiten und teilweise an unterschiedlichen Tagen gemessen. Das wird auf den Etagenkarten ausdrücklich vermerkt.

Nutzung beeinflusst Werte

Besetzung, offene Fenster, Bastelarbeiten, Kochen, Malerarbeiten und Dachlage können die gemessenen Werte beeinflussen.

Orientierungswerte

Wie lassen sich die Messwerte einordnen?

Die Schwellen helfen bei der Einordnung. Sie machen aus unseren kurzen Sensormessungen jedoch noch keine amtliche oder arbeitsmedizinische Beurteilung.

Raumtemperatur

Bis 26 °C: üblicher Zielbereich. Über 26 °C: Entlastungsmaßnahmen prüfen. Über 30 °C: wirksame Maßnahmen sind nach ASR A3.5 erforderlich. Über 35 °C: ohne besondere Schutzmaßnahmen nicht als Arbeitsraum geeignet.

Luftfeuchtigkeit und „stickige Luft“

30–60 % gelten als allgemeiner Behaglichkeitsbereich. Mehr als 60 % kann schwül, weniger als 30 % trocken wirken. Stickigkeit wird jedoch vor allem durch CO₂, Gerüche, Wärme und geringe Luftbewegung verursacht. Alle Unterrichtsräume verfügen seit der Corona-Pandemie über eine CO₂-Ampel. Da deren Anzeigen im Projekt nicht systematisch protokolliert wurden, können wir „stickig“ mit diesem Datensatz trotzdem nicht objektiv bewerten.

CO₂-Ampeln in allen Unterrichtsräumen

Seit der Corona-Pandemie besitzt jeder Unterrichtsraum eine CO₂-Ampel. Sie unterstützt im Schulalltag beim bedarfsgerechten Lüften. Die Anzeigen wurden während unserer Messreihe jedoch nicht systematisch dokumentiert und sind deshalb nicht Bestandteil der Karten.

PM2,5

Die WHO empfiehlt 15 µg/m³ als 24-Stunden-Mittelwert. Unsere wenigen Minuten langen Messungen zeigen nur Momentaufnahmen und dürfen nicht wie ein Tagesmittel bewertet werden.

HCHO und TVOC

Für Formaldehyd gilt ein Innenraumrichtwert von 0,10 mg/m³ über 30 Minuten. Für TVOC nennt der AIR 0,95 mg/m³ als vorsorglichen Referenzwert. Wegen des einfachen Geräts und der kurzen Messzeit sind Überschreitungen nur Hinweise für Lüftung und professionelle Nachmessung.

Über unser Team

Projektgruppe der Projektwoche am MEG

Wir haben gemeinsam Messungen durchgeführt, Daten ausgewertet und die Ergebnisse für diese Website aufbereitet. Ziel war es, den aktuellen Zustand des Schulgebäudes wissenschaftlich zu untersuchen und als Wohlfühlkarte sichtbar zu machen.

Verantwortliche Lehrer

Stefan Dahlmann · Projektleiter
Tim Eichstädt

Verantwortliche Schülerinnen und Schüler

Jan UhligOskar TenglerNolan StreetPaul MichalczykVerleen FaidiElias DridiTymofii OberemokVladyslav Maiatskyi
Datenschutz

Keine personenbezogenen Messdaten

Für dieses Projekt wurden keine personenbezogenen Daten gespeichert oder veröffentlicht. Alle Ergebnisse beziehen sich ausschließlich auf Räume und Messwerte.

Unser Verständnis des Projekts

Beobachten, einordnen und gemeinsam verbessern

Die Wohlfühlkarte ist eine schulische Momentaufnahme unter besonderen heiß-schwülen Wetterbedingungen. Sie soll keine abschließende Gebäudebewertung und keine technische Mängelprüfung ersetzen. Unser Ziel ist es, Beobachtungen transparent zu machen, gute Bedingungen sichtbar zu würdigen und gemeinsam mit Schulleitung, Hausmeisterei, Schulträger und Schulgemeinschaft mögliche Verbesserungen zu prüfen.